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Wie man an den gegenwärtigen EPGs sehen kann, gleicht sich das Interface der Fernsehtexte künftig dem Look-and-Feel von DVDs und z.T. auch Webseiten an. Die heutigen EPG bieten nur eine Vorsortierung nach Rubriken, können Bookmarks setzen und erstellen Anwenderprofile um benutzerangepasste Programm-Vorschläge machen zu können (»lernt Benutzerwünsche«).

Sortieren, Suchen, Filtern
Eine Suchfunktion wird voraussichtlich in den nächsten Jahren ergänzt werden, derzeit können Sendungen nur durch eine Addition von Suchkriterien herausgefiltert werden (z.B: alle Sendungen > nach 19 Uhr > Genre Krimi > ausgezeichnet mit 2 Oscars). Sendungen können für die Video-Aufnahme vorgemerkt und Zusatzinformationen zusammen mit Standbildern in das laufende Programm eingeblendet werden.

Formal-ästhetische Darstellung
Neben diesen funktionalen Eigenschaften werden sich formal auch die Navigation, die Textmenge, die Typografie und Anzahl der Farben verändern. Die Benutzerführung wird nicht mehr durch Zahlen, sondern nach Schlagworten erfolgen, wie es im Internet gang und gäbe ist. Durch mehr Farben und eine höhere »Auflösung« werden Bilder und Grafiken qualitativ ansprechend visualierbar werden. Die Corporate Idendity der Sender kann dann ohne Schwierigkeiten in das neue Medium transportiert werden, auch die Lesefreundlichkeit wird durch das Vorhandensein mehrerer Schrifttypen massiv verbessert.

Nutzung
Der neue Fernsehtext wird sich ambivalent auf unser Leben auswirken: Shopping von zu Hause aus, personalisierte Werbung, formatzugeschnittene Themen im TV wie auch im Fernsehtext, interaktive Sendungen. Die Fernsehtexte von Spartenkanäle werden bei den Zuschauern besonderen Anklang finden, da sie die gesuchten Thematiken nicht nur oberflächlich streifen (siehe Vorbild n-tv und Nachrichten). Vorstellbar sind Koch-Fernsehprogramme, deren Rezepte die Hausfrau nicht nur jederzeit im Fernsehtext abrufen kann, sondern sie zudem beim Kochen vorgelesen bekommt (»Jetzt das Wasser von der Kochstelle nehmen…«). Kleine filmische Beiträge würden ihr erklären, wie sie das Essen zubereiten muss. Zum Schluss setzt die Konsumentin ein Lesezeichen, damit sie ihr favorisiertes Rezept später wiederfinden kann.

Komplexität, Bedienung
Die Informationsstruktur der neuen Fernsehtexte wird sich nicht mehr auf 3 Ebenen beschränken, sondern die Architektur wird wie im Internet mit- und ineinander vernetzt. Über Themenblöcke oder Suchmaschinen navigiert der Benutzer durch die Räume und der rote Faden wird auch hier von Bedeutung, so z.B: durch die »Breadcrumb«-Navigation. Die technischen Möglichkeiten wurden, u.a. mit MHP, zu Genüge erwähnt, es gibt jedoch noch drei nennenswerte technische Vorteile.

Erstens wird die bidirektionale Senderanbindung (also der beidseitige Dialog zwischen Empfänger und Sender) das kollektive Erlebnis fördern, z.B. durch gemeinsame Spiele über Netzwerke.

Zweitens könnten nicht nur Internet und Fernsehen miteinander verschmelzen, auch die Stereoanlage, bzw. das Radio könnte mit dem TVGerät verbunden werden.

Als Drittes sollte auch erwähnt sein, dass die Designer gegebenenfalls vor der Aufgabe stehen werden, ein optimiertes Steuerungsgerät zur Bedienung des Internet-Radio-Fernsehers zu gestalten. Touchpad, Fernbedienung, Maus und Infrarotstruktur, Cursor, Pfeil- und OK-Taste – mit dem neuen Steuerungswerkzeug müssen alle Benutzer zurechtkommen können, auch die Älteren. Die Altersstruktur in Deutschland verschiebt sich aufgrund der wachsenden Lebenserwartung zugunsten älterer Menschen [70]. Auf diese Bevölkerungsentwicklung sollte sich auch die Industrie vorbereiten und ihre multimedialen Dienste so gestalten, dass sie einfach zu handhaben sind, gleichgültig wie alt oder jung der Nutzer sein wird.


Hinweise
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[1] Schon heute leben in Deutschland mehr 65jährige als 15jährige oder jünger.
Statistisches Bundesamt Deutschland


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