INHALT

Gestaltung scheint im Fernsehtext eine wenig herausfordernde Designaufgabe zu sein. Im Detail betrachtet gelingt es den Tafelkünstlern aber, sogar eine Sender CI auf den Fernsehtext zu übertragen. Gerade wenn der Fernsehtext inhaltlich eine große Zielgruppe ansprechen muss und in anderen Sendern eine vergleichbare Konkurrenz findet, können stilsicher durchgestaltete Fernsehtext-Tafeln das Zünglein an der Waager der Attraktivität der Seiten sein. Wenn sich der Benutzer in der Informationsarchitektur zurechtfinden kann, die Visualisierung der Seiten ihm Orientierung und Unterhaltung bietet und er schnell zu seinem Ziel, den »aktuellen Informationen«, findet, dann honoriert er dies mit häufigem Besuch und langem Aufenthalt. Dennoch ist etwas Wahres dran an der Idee, dass der tägliche Entwurf der Fernsehtext-Seiten wegen der technischen Auflagen nicht als besondere Designleistung verstanden werden kann. Wenn Templates das Design-Tagesgeschäft erleichtern, ist die Hauptarbeit im »Füttern« von Datenbanken zu sehen, d.h. im Eingeben, Ändern und Recherchieren von Text.

Die Herausforderung besteht also im Gesamtentwurf der Seiten, in grafisch-textlichen Nuancen oder konzeptionellen Ideen wie trotz des fehlenden Rückkanals z.B. Spiele entwickelt werden können. Es wird noch einige Zeit dauern, bis digitaler Fernsehtext Wege für neue Designideen eröffnen kann, bis dahin ist Einfallsreichtum trotz »gebundener Hände« gefragt. Fernsehtext ist aufgrund dessen, dass er sich technisch kaum entwickelt hat, ein sehr funktionales, puristisches Textmedium geblieben. Angesichts der Aufblähung des Internets mit bunten Bildern und aussagelosen Inhalten kann man dies bereits als positive Eigenschaft werten. Schade ist allerdings die Dominanz der Technik, die sich auch in der Optik ausdrückt: schlecht lesbare Schriften, dominante, grelle, aufdringliche Farben, insgesamt eine sehr technoide Ästhetik.


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[1] Fernsehtext: Daten, die ein TV Sender über Fernsehzeilen übertragen kann, welche nicht für das Fernsehbild genutzt werden.


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