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Wo wird Fernsehtext hergestellt?
Grosse TV-Sender verfügen über ihre eigene Redaktion für Fernsehtext. Techniker entwickeln Applikationen, Marketing-Mitarbeiter betreuen u.a. die Werbekunden, Redakteure füttern den Editor mit Inhalten. Mitunter entstehen kleine Tochterfirmen der TV-Anstalten, die die Fernsehtext-Dienstleistung übernehmen oder der Service wird gar vollends an externe Unternehmen vergeben (Outsourcing). Vor allem kleine Sender können sich den Aufwand der Fernsehtext-Betreuung im eigenen Hause nicht leisten, sie kaufen sich die Dienstleistung wie auch sonst viele ihrer Formate ein. Dabei verlieren sie zum Teil an Kontrolle über die Produktion und steuern die Qualität ihres Programms durch Einkauf (oder eher: Budget). Kleine TV-Häuser verfügen nur noch selten über eigene Studios, sie befassen sich lediglich mit der Aufgabe der Verwaltung und Planung ihres Sendeprogrammes [1].

Nimmt ein Fernsehkanal die Dienstleistung einer externen Firma für die Fernsehtext-Produktion in Anspruch, bieten sich zwei Formen der Kooperation, bzw. »Bezahlung« an.

  1. Der Sender bezahlt die Dienstleistung nach Aufwand der Fremdfirma (übliche Abrechnungsform). In diesem Fall fließen alle durch den Fernsehtext eingenommenen Umsätze in die Taschen der TV-Anstalt. Je attraktiver der Fernsehtext ist, desto mehr Anwender werden ihn nutzen und desto mehr Kunden platzieren ihre Werbung im Fernsehtext des Senders. Das Risiko der Kosten-Amortisierung trägt der Sender selbst. Überzeugt sein Fernsehtext viele Werbekunden, kann dies ein lukratives Geschäft werden.
  2. Oder aber: Der Dienstleister stellt nicht seinen kompletten Aufwand in Rechnung, sondern beteiligt sich an Gewinn und Verlust seiner Dienstleistung, dem Fernsehtext.

Gewinn und Verlust
Ob ein Sender mit seinem Fernsehtext-Angebot den Point of Break-even erreicht, also aus der Verlust- in die Gewinnzone eintritt, ist wesentlich abhängig von der Attraktivität des Informationsmediums, vom Branding des Senders und auch von seinem Programminhalt. Die Programmausrichtung bestimmt die Zielgruppe, bzw. den Zuschauer, der womöglich auch den Fernsehtext nutzen wird. Ebenso bedeutend ist die Eigenwerbung für den Fernsehtext im Fernsehprogramm (Hinweise auf Tafeln). Auch die wirtschaftliche Situation ist ausschlaggebend auf das Geschäft mit dem Fernsehtext.

Werbung
Bei Rezession schalten die Werbekunden weniger Anzeigen. Der Werbemarkt reagiert empfindlich, so war z.B. der 11. September 2001 des einen Leid, des anderen Freud: Zwar wurde Fernsehtext häufiger denn je genutzt - insbesondere die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten konnten sich über hohe Besucherquoten freuen - aber aus Pietätsgründen verpflichteten sich private wie öffentlich-rechtliche Programme dazu weniger Werbung schalten. Für manche deutsche TV-Kanäle bedeutete dies einen Millionenverlust. Die öffentlich-rechtlichen Kanäle sind unabhängig von der Werbeeinnahmen - dies beeinflusst auch die Qualität der Fernsehtext-Inhalte. Für die Privaten ist Werbung ein Garant für Kostendeckung oder gar Gewinn.

Strategien
Für den TV-Sender wie auch für den Gestalter kann sich die Steigerung der Fernsehtext-Attraktivität in bare Münze auszahlen. Viele Dienstleister planen nun strategisch das Kommen des digitalen Fernsehtextes und knüpfen bereits heute entsprechende Kontakte, um sich die Aufträge der nächsten Fernsehtext-Generation zu sichern. Neben dem Fuss-in-der-Tür-Prinzip suchen sie nach Synergien mit kleinen TVSendern und bauen schon jetzt ihr technisches Können und Interface-Wissen aus.


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[1] Beispiel: Vox und CBC


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