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Der heutzutage verwendete analoge Fernsehtext ist eine Push-Technologie: Es ist kein Austausch von Informationen zwischen Sender und Empfänger möglich, da kein sog. Rückkanal vorhanden ist. Der technische Stand erlaubt dem Anwender lediglich ein Abrufen von Tafeln. Eine sehr einseitige Kommunikation, die keine wirkliche Interaktivität zulässt. Als Rückkanal fungiert bis heute ausschließlich das Telefon. Der Fernsehzuschauer kann über die Telefonleitung aktiv auf die Seiten Einfluss nehmen, z.B. bei SMS-Chats auf Fernsehtext-Tafeln. Dabei sendet der Anwender eine auf 160 Zeichen limitierte Textbotschaft mit seinem Mobiltelefon an eine vorgegebene Telefonnummer, eine Datenbank nimmt die Daten auf und stellt den Inhalt binnen Sekunden auf der Fernsehtext-Tafel dar. Mit dem nächsten »Upload« durch den Sendezyklus erscheint die Nachricht auf dem Bildschirm – für jedermann sichtbar.

Fernsehtext ist, im Vergleich zu anderen Informationsmedien wie dem Internet, ein langsames Werkzeug. Der Nutzer muss nervenaufreibende Wartezeiten in Kauf nehmen, bis seine Anfrage auf eine Tafel Früchte trägt. Ein Vertippen bei der dreistelligen Tafel-Adresse zwingt zum geduldsamen Wiederholen. Die technischen Möglichkeiten des Level-1 Standards sind sehr beschränkt: Es gibt lediglich acht Farben (Schwarz, Weiß, Rot, Grün, Gelb, Blau, Pink und Cyan), eine vom Decoder festgelegte Schrift (eine Fernsehtextseite kann daher hersteller-abhängig unterschiedlich aussehen) und wenige Steuercodes, die jeweils auch noch ein Zeichen in der Darstellungsmatrix kosten.

Das Alphabet der Schrift (Serifenschrift: unterschiedliche Breiten der Buchstaben werden ausgeglichen, Wortbilder geschlossen) umfasst die Zahlen 0-9, die 26 Buchstaben des Alphabets und wenige Sonderzeichen [1].

Die Matrix des Fernsehtextes
Die besagte Darstellungsmatrix umfasst maximal 24 Zeilen zu je 40 Schriftzeichen. Davon sind 22 zur freien Gestaltung nutzbar, zwei Zeilen haben bereits vorgeschriebene Inhalte. Zeile 1 (»Headerzeile«) stellt Statusinformationen wie Seitennummer, Sendername sowie die präzise Zeit und das Datum dar. Zeile 24 wiederum transportiert den sog. TOP-Text. TOP-Text beinhaltet zusätzliche Informationen zur Struktur des Fernsehtextes, der Decoder kann hieraus eine Art Inhaltsverzeichnis speichern (siehe auch 6.7).

Jede Fernsehzeile baut sich aus 10 Bildzeilen auf. Die Darstellungs-Matrix besteht somit aus 24 Zeilen á 10 Bildzeilen. Auf einer Fernsehtext-Tafel können 22 Zeilen Text visualisiert werden. Der Buchstabe einer dieser 22 Zeilen muss durch die 10 Bildzeilen erzeugt werden. Jeder Buchstabe nimmt somit einen Raum von 10x12 Bildpunkten ein. Diese Buchstaben-Matrix von 10x12 Punkten gilt jedoch nur für Schriften. Für grafische Zeichen (bspw. beim Erstellen einer Linie) wird die Buchstaben-Matrix auf ein gröberes Raster von 2x3 Bildpunkten aufgeteilt, um die Datenmenge zu reduzieren. Hierbei sind die mittleren Bildpunkte grösser als die oberen oder unteren. Es entstehen 26 Möglichkeiten der grafischen Nutzung des gröberen Rasters.


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[1] Siehe auch Test-Tafel, z.B. bei der ARD Tafel 195.


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