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Jede Fernsehtext-Tafel ist durch eine dreistellige Nummer definiert. Diese dreistellige Nummer gibt jeder Tafel eine eindeutige Adresse, durch das Eingeben der Zahlen über die Fernbedienung wird die Tafel aufgerufen und am Fernsehbildschirm dargestellt. Es gibt Fernsehtext-Adressen von 100 bis 899, und hinter jeder dieser dreistelligen Zahlen können sich bis zu 999 weitere Unterseiten befinden. Sobald sich hinter einer dreistelligen Ziffernkombination mehr als eine Tafel verbirgt, nennt man diese »Rollseiten«. Dank dieser Rollseiten-Funktion könnten theoretisch bis zu 80.000 Fernsehtext-Tafeln angeboten werden.

In der Praxis begrenzen die Sender die Rollseiten durchschnittlich auf maximal sechs pro Tafel-Adresse. Denn mit zunehmender Anzahl von Rollseiten verlangsamt sich der Sendezyklus bis zur Unnutzbarkeit des Mediums, die Quantität geht auf Kosten der Übersichtlichkeit der Informationsstruktur und der Geduld des Nutzers.

Im Fernsehtext-Alltag erstreckt sich der Umfang insgesamt auf 1.000 bis etwa 2.500 Tafeln. Rollseiten finden Verwendung, wenn sich mehr Inhalte zu einem Themengebiet ergeben als Rubriken (Nachrichten ab 110, Sport 200, TV Programm 300…) reservierten Platz bieten [1]. An besonderen Steuerzeichen in den Rollseiten erkennt der Decoder, dass die Tafel sich in regelmässigen Abständen mit weiteren Seiten anderen Inhalts erneuert. Das gezielte Anwählen von Rollseiten indes ermöglichen nur wenige TV-Geräte.

Sendezyklus
Der Anwender muss sich in Geduld üben, bis der Decoder mit dem weiteren Sendezyklus die nächste Rollseite erhält, d.h. das »Blättern« der Seiten wird automatisch durch den Sendezyklus übernommen. Wenn eine Tafel aus drei Rollseiten (angenommen Tafel 649 hätte die drei Rollseiten 649-1, 649-2 und 649-3) bestünde, würde der Verbraucher auch drei Sendezyklen benötigen, um alle Seiten gesehen zu haben. Diese eingeschränkte Kontrolle des Anwenders kostet diesen Zeit und Nerven. Ein Rollseitenwechsel kann, je nach Menge der Tafeln im Sendezyklus, mitunter bis zu 30 Sekunden dauern. Aus diesem Grund werden Rollseiten nicht nur von Zuschauern wenig geschätzt, auch Fernsehtext-Gestalter versuchen diese Funktion nicht zu häufig einzusetzen. Rollseiten können jedoch auch einen besonderen Mehrwert bieten wie das folgende Beispiel zeigt.

Der Trick mit den Rollseiten
Der NDR-Text funktioniert sie zur simulierten Animation um: Auf der Startseite 100 bleiben die Hauptbestandteile in allen Rollseiten erhalten, lediglich bestimmte Bereiche wechseln mit den sich austauschenden Seiten, Unterrubriken beispielsweise. Auch Werbeblöcke können bei gleichbleibendem Sender-Inhalt gewechselt werden. Für attraktive most-wanted-Tafeln wie der Startseite (100) oder die Übersicht des Fernsehprogramms (300) ermöglicht die Rollseitenfunktion somit, Werbeplätze mehrfach zu vermieten.

Infolge-Seiten
Längere Texte können nicht nur über Rollseiten aufgesplittet werden, sie können auch auf mehrere Tafel-Adressen verteilt werden. Dabei bietet der Sender die Inhalte gebündelt auf in Reihe folgenden Seiten an, d.h. dem Anwender ist ein Blättern zur nächsten Seite durch die Funktionstaste +1 möglich. Solche Seiten mit fortlaufenden Inhalten werden in der rechten unteren Ecke mit dem Hinweis Seitennummer+1, bspw. bei Tafel 324 mit >325, versehen.

Wiederholung im besten Sinne
Wie die Bezeichnung »Austastlücke« schon sagt, ist der freie Platz zur Übertragung eine Lücke – ein begrenzter Raum, in dem nicht alle Fernsehtextseiten übertragen werden können. Daher erfolgt die Sendung in Schüben in der Abfolge von 100 bis 899. Oft genutzte Seiten wie die Übersichtstafeln 100 oder 200 werden in dem Zyklus mehrfach wiederholt, damit der Benutzer nicht allzu lange auf diese warten muss. Gerade bei der Startseite 100, eine Art »Homepage« des Fernsehtextes, würde es die Geduld des Zuschauers geradezu überstrapazieren, müsste er zwei lange Minuten auf ein simples »Welcome« warten.


Hinweise
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[1] Siehe auch: MDR TV-Programm des Tages vonTafel 301 bis 320.


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