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Fernsehtext-Levels
Fernsehtext wird durch Versionsnummern kategorisiert, die das technische Niveau beschreiben. Im UK Teletext wurden fünf solcher sog. Enhancement-Levels festgelegt, wobei sich der Fernsehtext von heute noch immer auf Level Eins befindet [1]. Man ging bei der Einführung von Fernsehtext davon aus, dass spätestens in den 80er Jahren ein weiter entwickelterer Standard den Markt beherrschen würde, doch Geräteindustrie wie auch Fernsehmacher lagen in ihrer Annahme falsch.

Das »White Book«
So senden heute TV-Stationen den originalen Fernsehtext- Standard von 1974 aus, nach einer ehemals festgelegten Norm, dem »White Book« [2]. In dieser sind u.a. Senderspezifikation, Universalzei t und Statusnachricht beschrieben, die jede Sekunde einmal übertragen werden müssen. Dass Level Zwei weitaus mehr zu bieten hat, von 32 verschiedenen Farben, doppelt hohen und breiten Zeichen, Scrollen der Tafel, acht unterschiedlichen, lokalen Zeichensätzen bis hin zu besser platzierbaren Steuercodes steht außer Zweifel. Level Drei trumpft mit dynamisch definierbaren Zeichensätzen [3] auf (DRCS) [4], Level Vier bietet Raum für »alphageometrische« Anzeigegeräte [5] und Level Fünf ist für »alphaphotographische« Anzeigegeräte [6] reserviert.

Doch diese Stufen von Fernsehtext wird der Anwender wahrscheinlich nie zu Gesicht bekommen, auch wenn Level 2 angesichts der Notwendigkeit von alltäglich gewordenen Zeichen wie @ durchaus seine Berechtigung hätte. Ein Grund hierfür sind die Decoder [7], die das Fernsehtext-Signal entschlüsseln. Diese sind entweder im Fernseher mit eingebaut oder aber extern als sog. »Set-Top Boxen« erhältlich. Bis die Level 2.5-Decoder einen nennenswerten Anteil im Markt erreicht hätten, ist dieser Fernsehtext-Standard bereits überholt durch die für 2010 geplante Idee des »Digitalen Rundfunks«.

Initiative »Digitaler Rundfunk«
Denn ab dann soll laut einer Initiative des BMWi das analoge Fernsehsignal durch die digitale Übertragung ersetzt werden [8]. Weil das Fernsehen ab 2010 den Anwender digital erreichen wird, setzen Gerätehersteller nicht mehr auf veraltete Standards wie das (auf die Übertragung via Austastlücke basierende) Fernsehtext-Level 2.5, sondern planen bereits für die Zukunft, bspw. mit ATVEF oder TeleWeb, deren Decoder relativ günstig sind.

Doch wie wird Fernsehtext hergestellt?
Zur Produktion der heutigen Fernsehtext-Tafeln im Level-1-Format wird zum einen ein Generator quasi zum »Senden des Fernsehtext-Signals« und zum anderen ein Editor zur Erstellung der Fernsehtext-Seiten eingesetzt. Beide werden in den folgenden Kapiteln vorgestellt.


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[1] Jedes dieser Enhancement-Level beinhaltet alle Eigenschaften der darunterliegenden.

[2] White Book: Spezifikation des ursprünglichen Videotextes

[3] Frei definierbare Zeichensätze bestehen aus einem Vorrat von Speicherplätzen, die auf der Basis unterschiedlicher Matrizen mit beliebigen Punktkonfigurationen belegt werden können. [L01 S.21]

[4] DRCS: dynamic redefinable character sets

[5] Die Darstellung von Bild und Schrift erfolgt auf der Basis geometrischer Definitionen. [L01 S.12]

[6] Die Darstellung von Bild und Schrift erfolgt auf der Basis von Punktmustern. [L01 S.12]

[7] Decoder: System zur Umwandlung komplexer digitaler Daten in digitale Videosignale und ggf. in der Folge in analoge Bildsignale

[8] Initiative der Bundesregierung »Digitaler Rundfunk«, Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), Dokumentation Nr. 451. Der Begriff Rundfunk umfasst den Hörfunk und den Fernsehfunk, jeweils über die Distributionswege Kabel, Satellit und terrestrische Sender (Fernseh- und Hörfunksender).


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